Anfang tournet@tournet.lv
29.06.2022
 Reiseziele
 Gebiete/Orte
 Sehenswürdigkeiten
 Reiserouten
 Projektförderung

KraslavaDaugavplisPreiliRezekneLudzaBalvi

Latgale (Lettgallen)

            Geografie. Latgale ist eine kulturgeschichtliche Region im Osten Lettlands, die die Rayons Balvu,Krāslava,Ludza,Preiļi und Rēzekne sowie auch einen Teil von Daugavapils (nördlich der Daugava), Jēkabpils und Madona (östlich der Aiviekste und Pededze) umfasst.               
             Latgale ist das Gebiet Lettlands, das vom Baltischen Meer am weitesten entfernt liegt und sich am tiefsten in den Kontinent erstreckt. Deshalb sind die Winter kälter und die Sommer wärmer; es gibt hier auch keine krassen Temperaturschwankungen wie im Westen Lettlands. Die Niederschläge betragen in Latgale 600-700 mm, das heißt weniger als auf den Hochebenen Kurlands und Livlands, aber mehr als in der Tiefebene von Zemgale. Das Relief von Latgale besteht aus der Ostlettischen Tiefebene und Hochebene von Latgale. Be
ide unterscheiden sich sowohl durch die Formen des Reliefs als auch durch die Vegetation und die Bevölkerungsdichte. Die Tiefebene entstand aus einem Gletscherbett. Es ist meistens flach mit abschüssiger Neigung zur Daugava (Dūna) und zum Lubānas-See. Auf beinahe horizontaler Erdoberfläche hat sich das größte Moorland in Lettland herausgebildet: die Teiču-, Lielais-, Knovu- und andere Sümpfe.      
          Südöstlich der Ostlettischen Tiefebene erhebt sich die Hochebene Latgales - die größte in Lettland mit einer Flä
che von 8 000 km2. Sie hat mehrere Hügel: den Lielais Liepukalns (289 m), Mazais Liepukalns (266 m), Mākoņkalns (248 m) und Sauleskalns (211 m). Von den Hügeln bietet sich ein schöner Blick auf viele Seen - der größte ist der Rāzna-See mit 57,6 km2 Oberfläche - und Seengruppen. Nicht umsonst wird Latgale das »Land der blauen Seen« genannt.
          Das Gebiet Latgales wird von seinen Nachbarländern nicht durch größere natürliche Hindernisse abgegrenzt. Die Letten dieser Region sind seit alter Zeit im Norden mit den Esten, im Osten mit den Russen, im Südosten mit Belorussen, im Süden
mit Litauern und Polen ständig in Berührung gekommen. In Latgale sind alle bedeutenden europäischen Konfessionen (Katholizismus, Protestantismus, Orthodoxie) und die jüdische Religion einander begegnet. So ist diese Region Lettlands immer ein Raum von unterschiedlichen geistigen und konfessionellen Kulturen gewesen.
            Geschichte. In der Livländischen Konföderation befand sich Latgale ab dem 13. Jh. bis zu ihrem Untergang im Jahr 1561. Obwohl die Konföderation kein einheitlicher Staat war, gab es in ihrer Außen- und Innenpolitik gemeinsam zu entscheidende Fragen, deren Lösung zur Formung und Vereinheitlichung der lettischen und estnischen Nation beitrug. Diese Entwicklung unterbrach der Livländische Krieg (1558-1583). Der Plan des letzten Ordensmeisters, Gotthard Kettler, die Konföderation als ein Lehen des polnischen Königs Sigismund II. August zu erhalten, erfüllte sich nicht. Damit begann der Kampf um das Livländische Erbe zwischen Dänemark, Schweden, Russland, Litauen und Polen. Im Ergebnis dieser Auseinandersetzungen kam das Territorium von Latgale, das seit 1562 als Bestandteil der »Provincia Livoniaetrans Dunensis«, seit 1582 unter dem Präsidi
at von Cēsis war, unter direkte Oberherrschaft des vereinigten Litauisch-Polni sehen Königreiches. Nach dem Schwedisch-Polnischen Krieg (1600-1629) konnte Polen nur dasjenige Territorium behalten, das heute Latgale ist. Die Grenze zwischen dem lutherischen Norden oder dem sogenannten schwedischen Livland und dem katholischen Süden oder dem polnischen Livland (Inflantie Polskie, Livonia polonica) bildete der Fluss Aiviekste.
           In diesen »Polenzeiten« begann in Latgale ein von den anderen Gebieten Lettlands abgesondertes Leben. Einen besonderen Einfluss darauf hatten nicht nur die politischen, sondern auch die konfessionellen Bedingungen. In Latgale festigte sich im Unterschied zu anderen Teilen des Landes der katholische Glaube. In diesem Gebiet begann auch ein intensiver Prozess der Polonisierung, dem sogar der dortige deutsche Adel unterzogen wurde. Latgale blieb auch nach der ersten Teilung Polens (1772), als der Osten Polens von Russland einverleibt wurde, von anderen Gebieten isoliert. Zunächst wurde Latgale in das Gouvernement von Pskow eingeliefert, 1796 dann ins Belorussische Gouvernement eingefügt. Im Jahre 1802 ordnete man Latgale ins Witebsker Gouvernement von Belorussland ein, dass später das Witebsker Gouvernement genannt wurde. Einen solchen Status hatte Latgale bis zur Integration in das unabhängige Lettland. Laut Verfassung des Jahres 1922 wurde Latgale zu einer der vier kulturhistorisch bedeutenden Regionen Lettlands.

 

 

 Nützliche Tips
 Reiseberichte
 Partner


nach oben

Sicherheitsinformation | Urheberrecht | Anzeigen | Möglichkeiten der Zusammenarbeit
© SIA Pilsoņu Forums © Dizains: Agris Dzilna