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30.06.2022
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Vidzeme (Livland)         

          Geografie. Vidzeme (vidus: Mitte, zeme: Land) umfasst die Rayons von Cēsu, Gulbene, Limbaži, Valmiera und Valka, einen Teil der am rechten Daugava-Ufer gelegenen Ogre- und Riga-Rayons wie auch den größten Teil von Alūksne und Madona. Im Westen grenzt Vidzeme an die Rigaer Bucht, an deren gegenüberliegenden Seite Ziemeļkurzeme (Nordkurland) liegt. Im Norden verläuft die Grenze mit Estland.
          Die Erdoberfläche wird in Vidzeme von der Küstenniederung und dem Zentralen Lettischen Höhenrücken bestimmt. Man pflegt diese Landschaft ihrer Höhe und Bedeutung wegen auch das »Rückgrat von Lettland« zu nennen. Dominierend ist die Zentrale Hochebene von Livland, deren höchster Gipfel, der Gaiziņkalns (312 m), zu den höchsten Bergen der osteuropäischen Tiefebene gehört. Die Zentrale Hochebene Livlands reicht mit der Mittellettischen Hügelkette über den Gulbene-Wall bis zur Hochebene von Alūksne im Nordosten der Region. Zu den höheren Bergen gehören auch der Dēliņkalns (271 m) und Apukalns (235 m). In der flachen Niederung breitet sich hier einer der größten Seen von Vidzeme, der Alūksne-See, aus. Die Neigung der Mittellettischen Hochebene zum Meer ergibt im Relief drei Großformen: die Mittellettische Neigung (in Vidzeme befindet sich ihr nördlicher Teil zwischen den Flüssen Gauja und Daugava), die Mulde von der Vidusgauja und die nordwestliche Erhebung Vidzemes, die sich nur an einzelnen Orten bis zu 120 m ü. NN. erhebt.
          Nach dem Zweiten Weltkrieg trug man in die Landkarte Gaujava ein, die das Gauja-Tal von der Stadt Valmiera bis Murjāņi, die tiefen Täler zum Beispiel der Zuflüsse der Rauna, Amata, Brasla und das Tief- und Hügelland der näheren Umgebung umfasst. Dieses Territorium ist Teil des Nationalparks der Gauja.
          Die vom Atlantik kommenden Luftmassen, die mit Aktivitäten von Zyklonen verbunden sind, steigen beim Auftreten auf die Zentrale Hochebene Vidzemes in eine Höhe von 150-250 m und regnen ab. Deshalb betragen die Niederschläge hier durchschnittlich 800-850 mm pro Jahr. Auf der Hochebene sind die Temperaturen niedriger. Eine kürzere frostfreie Vegetationsperiode, größere Windgeschwindigkeit, Feuchtigkeit und Wolken sind bestimmender als anderswo in Lettland. Der Schnee fällt hier früher, und die Schneedecke bleibt länger liegen. Die Flüsse Daugava, Gauja und Salaca sammeln das Wasser und bringen es zum Meer.
          Geschichte. Als Ende des 12. Jh. der Augustinermönch Meinhard am Unterlauf der Daugava ankam, um seine Missionarstätigkeit unter den Liven von Ikšķile aufzunehmen, musste er zuerst beim Polocker Fürsten die Genehmigung erbitten. Meinhards Bestrebungen blieben erfolglos, und so begann Bischof Albert Anfang des 13. Jh. mit der militärischen Eroberung. Schon nach einigen Jahrzehnten besaßen der Bischof von Riga und der Schwertbrüderorden das ganze Gebiet der Liven. Es bildeten sich das Rigaer Erzbistum und der Ordensstaat heraus, die bis 1501 in die Livländische Konföderation eintraten. Obwohl sich im Laufe der Zeit die Territorien dieser Staaten erweiterten, blieben ihre bedeutendsten administrativen Zentren Rīga, Cēsis, Koknese, Rauna und Limbaži, und zwar in den Grenzen Livlands - oder wie man damals auch in offiziellen Dokumenten schrieb in Livonia et Letthia (auch Lettia et Livonia). Die gemeinsamen Sitzungen der Regierungsvertreter der Konföderation, die Landtage, fanden meistens in Valka oder Valmiera statt.
           Die Region Livland bewahrte ihren Status als ein bedeutsames geopolitisches Zentrum des Baltikums auch in den kommenden Jahrhunderten. Während des Livländischen Krieges (1558-1583) spielte sich hier die entscheidende Schlacht bei Ērģeme (1560) ab. Im 16.-18. Jh. gab es wiederholt Zusammenstöße zwischen polnischen, schwedischen und russischen Armeen wegen des livländischen Erbes. Im Jahre 1562 wurden Vidzeme und Latgale als ein vereinigtes Fürstentum in den litauischen Staat und ab 1569 in das vereinigte polnisch-litauische Königreich eingegliedert. In der zweiten Hälfte des 16. Jh. gründete man in Cēsis mit dem Ziel der Erneuerung des katholischen Glaubens die Residenz des katholischen Bischofs, wobei man als Missionare Mönche des Jesuitenordens heranzog. Zu Beginn des 17. Jh. kam es wegen der Kämpfe um den schwedischen Thron zum Polnisch-Schwedischen Krieg (1600-1629), der sich fast hauptsächlich in Vidzeme abspielte. Danach gelangte die Region fast für ein Jahrhundert unter schwedische Herrschaft. Im Jahre 1710 wurde Vidzeme vom russischen Imperium erobert. Die russische Oberherrschaft ging erst im zweiten Jahrzehnt des 20. Jh. infolge des Weltkrieges und der revolutionären Befreiungskämpfe zu Ende.
          Im Juni 1940 wurde Vidzeme ebenso wie das ganze Territorium des lettischen Staates von der UdSSR okkupiert. Heute ist es ein Teil der Lettischen Republik.

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