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30.06.2022
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Zemgale (Semigallen)   

           Geografie. Zur Region Zemgale gehören die Rayons Bauska-, Dobele- und Jelgava, die Gebiete der Aizkraukle-, Daugavpils-, Jekabpils-, Ogre und Rīga-Rayons vor allem links der Daugava sowie der größte Teil des Tukums-Rayons. Mitunter wird von dieser Region Augšzeme, das heißt das Gebiet östlich vom Bauska-Rayon, gesondert dargestellt.
              Das geografische Landschaftsbild von Zemgale umfasst das sandige Rigaer Flachland, das Flachland von Zemgale, den Südteil der mittellettischen Neigung, den Wall von Sēlija, die Erhöhung von Aknīste, das Gebiet am linken Daugava-Ufer mit dem Vidusdaugava-Hügelland und das Hochland von Augšzeme. Die charakteristische Form für diese Region ist das Flachland von Zemgale, ein Teil vom Zemgale-Neveza-Flachland, das sich zwischen der Rigaer Bucht und dem Nemunas-Fluss bei Kaunas erstreckt und das man auch Zemgales Braunerde-Ebene nennt. Die fruchtbaren Böden der Braunerde mit wogenden Weizenfeldern sind zum Symbol für die wirtschaftliche Kultur dieser Region geworden. Die Tiefebene von Zemgale liegt auf einer flachen, amphitheaterähnlichen Neigung, deren oberirdische Gewässer das Lielupe-Becken sammelt. Der Fluss Lielupe entspringt in der Nähe der Stadt Bauska, wo die Mēmele und Mūsa zusammentreffen. Die Lielupe hat viele parallel strömende Zuflüsse: die Svitene, Sesava, Vircava, Platone, Svēte, Tērvete, Auce, Bērze und andere. Ihr Ursprung ist dadurch zu erklären, dass die undurchlässige obere Lehmschicht die Niederschläge und Gewässer nicht durchsickern lassen und dass die natürliche Neigung und das flache Land die Entstehung von Seen nicht begünstigen. Nur das Hochland von Augšzeme weist eine hügelige Landschaft auf. Der Skrudaliena- (201 m) und der Ērgļu-Berg(124: m) sind die höchsten Erhebungen. Der Riču-See und der tiefste See Zemgales, der Sventes-See (38 m), fügen sich in diese Landschaft ein. Da das Kurländische Hochland das Flachland von Zemgale vor den Winden schützt, ist das Klima hier trockener als in benachbarten Regionen. Hier gibt es auch mehr sonnige Tage. Die fruchtbaren Böden und das Klima begünstigen den Ackerbau, nicht umsonst nennt man diese Region »den Brotvorrat Lettlands«.
          Geschichte. Die ersten Siedler dieser Region ließen sich hier Ende des 9. Jh., Anfang des 8. Jh. v. Chr. nieder. Zu Beginn des 2. Jh. reichte das von den Semgallern bewohnte Gebiet im Westen bis zur Venta, im Norden erreichte es den Unterlauf der Gauja. Im 10.-12. Jh. begann sich ihr Areal zu verkleinern. Die am Unterlauf der Gauja und Daugave lebenden Semgaller vermischten und assimilierten sich später mit den Liven. Das Gebiet umfasste bis Anfang des 13. Jh. nur das Flussbecken der Lielupe. Die größten Zentren der Semgaller waren Tērvete und Mežotne. Zu dieser Zeit stellten sie sich als Volk unter dem Herrscher Viestarts dar. Bei seiner Ankunft in Lettland achtete Bischof Albert anfänglich auf die Unabhängigkeit der Semgaller. 1205 schloss er mit ihnen einen Friedensvertrag und gab ihnen militärische Hilfeleistungen. Doch 1219 entschloss er sich, die Semgaller von Mežotne zu unterwerfen. Seine Pläne scheiterten an den Verteidigungsmaßnahmen Viestarts. Es gelang jedoch nicht mehr, wieder Frieden herzustellen, und ein langwieriger Kampf der Semgaller für die Erhaltung ihrer Unabhängigkeit begann. Er endete erst 1290, als ein Teil der Semgaller die Hoffnungslosigkeit ihres weiteren Widerstandes begriff und die letzte befestigte Burg Sidrabene verließ, um nach Litauen zu ziehen - viele von ihnen aber blieben in ihrer Heimat und ließen sich unterwerfen.
          Während der kommenden Jahrhunderte glich die Geschichte von Zemgale der Geschichte Kurlands. Beide zusammen bildeten ein vereinigtes Herzogtum und später, nach dem Anschluss an Russland, das Kurländische Gouvernement.

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