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30.06.2022
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Talsi (Talsen)

              Eine der schönsten Städte Lettlands ist Talsi. Sie liegt in der kurländischen Schweiz, etwa 120 km nordwestlich von Riga entfernt. Die schmalen, krummen Gassen der Stadt führen über Hügelabhänge, die eine Höhe von acht Stockwerken erreichen. Die altertümlichen Häuser, Parks und Gärten spiegeln sich in den stillen Gewässern der Seen - ein malerischer Anblick. Viele Künstler und Gäste lassen sich von der Atmosphäre Talsis anlokken.
            Die archäologischen Funde und Ausgrabungen im Burgberg der Stadt und in den Tiefen des Vilkmuizas-Sees zeugen davon, dass dieses Gebiet ursprünglich von Liven besiedelt war. Erst für das 10. Jh. wird eine kurische Festung nachgewiesen. Der Ortsname taucht erstmals 1231 in Urkunden auf. 1253 verleibte sich der Orden Talsi ein und sicherte es durch eine Steinburg. Die Zemaiten verwüsteten die Festung 1291 und plünderten den Ort.
            Talsi entwickelte sich in den nächsten Jahrhunderten zu einem administrativen Zentrum des Ordensstaates. Die anschließende Regierungszeit der Herzöge brachte der Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dennoch mussten die Talsier schreckliche Rückschläge hinnehmen. Die Pestepidemien von 1657 und 1710 rafften die Bewohner dahin, Kämpfe mit Polen, Schweden und Russen kosteten ebenfalls viele Menschenleben. Erst ab 1819 ging es wieder aufwärts. Aus Kandava wurden seinerzeit Behörden nach Talsi verlegt, das gab den nötigen Auftrieb.
           In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts bestimmte die nationale Bewegung das gesellschaftliche und politische Leben der Stadt. 1872 fand hier die erste große Zusammenkunft des lettischen Volkes statt. 26 Jahre später stellten Letten schon 12 von 15 Stadträten. Während der Revolution von 1905 wurde die Stadt schwer beschädigt. Strafexpeditionen beschossen das Zentrum mit Kanonen, legten Dutzende Häuser in Schutt und Asche. Erst 1917 erlangte Talsi das Stadtrecht. Am östlichen Ufer des Talsi-Sees erhebt sich ein Burgberg gut 32 m über den Meeresspiegel. An seinem Nordhang befindet sich ein ausgedehnter Platz, hier standen die Häuser des alten Talsis. Ausgrabungen ergaben, dass der Burgberg neue Bebauungsperioden über sich ergehen lassen musste. Unter den über 3 000 Fundstücken sind Kölner Silbermünzen aus dem 11. und englische Prägungen aus dem 12. Jh. gefunden worden. Viele Legenden und Sagen umranken die Festung. Eine berichtet von einem Fremden, der sich unter dem Vorwand, die Königstochter freien zu wollen, in die Burg eingeschlichen habe. Der Heiratsschwindler sei mit dem Talisman der Herrscher - einem goldenen Vogel - geflohen. Die Festung soll damit ihre Schutzkraft verloren haben.
          Auf dem steilen Baznickalna-Berg, der schon zu Urzeiten als Kultstätte gedient hat, steht heute eine Kirche. Ihr Steinturm stammt aus dem 18. Jh. Im Innenraum sind Kronleuchter (1671) sowie das im klassizistischen Stil geformte Epitaph für Friedrich Ewald von Fischer (1794) zu besichtigen. Von 1802 bis 1836 war der Beethoven-Freund Karl Amenda Pastor der evangelischen Kirche. Sein Grab liegt etwa 3 km südöstlich der Stadt auf einem hohen Hügel, von dem aus sich ein herrlicher Blick auf den nahen See eröffnet. Dieser Ausflug lässt sich gut mit einer Tour zu den Talsi umgebenden Seen verbinden. Sie liegen überwiegend südöstlich der Stadt. Im Zentrum lohnt sich ein Besuch des eigenwilligen klassizistischen Hauses in der Zvaigžņu iela l. Zu sehen ist die Familiengruft des Stadtarztes und Kupferhändlers von Talsi (1806). Der ungewöhnliche Bau hat die Form eines gleichseitigen Dreiecks. Respekteinflößend sollen die toskanischen Säulen an den Ecken wirken.
          Durch Kriegs- und Brandschäden hat Talsi stark gelitten. Die Mehrzahl der Gebäude stammt daher aus den letzten beiden Jahrhunderten. Das Schloß im Südwesten, das Baron von OktenGuts von Fircks errichten ließ, wird von einem dehndrohlogischen Park umgeben, einem beliebten Erholungsort der Einheimischen.

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