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30.06.2022
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Ēdole (Edwahlen)

          Die Burg von Ēdole gehörte zur Zeit der Livländischen Konföderation dem kurländischen Bistum an. 1559 kaufte der dänische König Friedrich II. das Bistum für seinen Bruder Magnus. Dagegen trat der letzte Dompropst Ulrich von Baehr auf, der aus Hannover kommend das Bischofsamt beanspruchte. Um den Streit zu schlichten, verschrieb Magnus 1561 sämtliche kurländische Ortschaften - darunter auch Ēdole - dem Dompropst als Familienbesitz. So herrschte die Familie Baehr schließlich bis ins 20. Jh. hinein in diesem Landkreis.
          Der Bau am Vanka-Ufer wurde vermutlich im 14. Jh. begonnen. Zunächst wurde der Nordwestflügel errichtet. Erst später ist eine Festungsmauer mit Torturm entstanden, die dem Gemäuer seine Geschlossenheit gab. Ihr heutiges Aussehen erhielt die eindrucksvolle Festung nach einem Umbau im Jahre 1840. Mit dieser Umgestaltung ging auch eine umfangreiche Erweiterung einher. Adolph von Baehr wachte nach seiner Rückkehr aus Göttingen selbst über die Arbeiten. In der niedersächsischen Universitätsstadt hatte er zuvor mit Otto von Bismarck zusammen studiert.
          1905 ging das Schloss in den Flammen der Revolution unter. Alexander von Baehr restaurierte es in den Folgejahren in seiner ursprünglichen Gestalt. Vor dem Ersten Weltkrieg erhielt das Schloss einen neuen Wirtschaftshof, der von einer Mauer mit dem Alexandertor abgegrenzt wurde. Die Anlage wird von einem prächtigen, 7,5 ha großen Landschaftspark umgeben.
          Ein weiteres interessantes Kulturdenkmal, die Lutherische Kirche, legt stummes Zeugnis von
Ēdoles Vergangenheit ab. Die Kirche befindet sich unweit des Schlosses. Der einheitliche Gemeinderaum ist reichlich mit künstlerisch hochwertigen Schnitzereien und Bemalungen verziert. Darunter sind besonders die im Manierismus gestaltete Altarrückwand und die Kanzel (Mitte des 17. Jh.) zu erwähnen. Auch der im Rokokostil gebaute Orgelprospekt und das Herrengestühl aus der zweiten Hälfte des 18. Jh. mit einer Darstellung des Lebenslaufes Jesu Christi sind sehenswert. Die Orgel ist eine der ältesten in Lettland. Der tukumische Orgelmeister Christoph Wilhelm Braveleit fertigte sie 1786 an.
          In den Jahren 1847/48 war in dem kleinen Städtchen der spätere Leiter der Jung-Letten-Bewegung
Krišjānis Valdemārs (1825-1891) tätig. Bekannt wurde er als Initiator der russischen Seefahrtentwicklung. Um aktuelle gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Ideen zu popularisieren, begründete Valdemārs in Ēdole die so genannte »Meeres ausschöpfer-Gesellschaft«, die den aktivsten Teil der Jugend vereinigte. Ihre Treffen hielten die Meeres ausschöpfe auf einer romantischen, künstlich angelegten Insel inmitten des Mühlenteiches ab. Das malerische Eiland existiert noch heute.
          1848 schuf dieser berühmteste Sohn der Stadt die erste lettische Landesbibliothek. Die Bücherei wurde später von
Ēdoles Pastor und Heimatforscher Kārlis Gotlībs Šmits (Karl Gottlieb Schmidt) (1794-1874) verwaltet.

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