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30.06.2022
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Krāslava (Kraslau)

           Krāslava, eine der schönsten Städte der Region und eines der beliebtesten Touristenziele, liegt in der »Latgale Schweiz«, etwa 260 km südöstlich von Rīga, wo die Hügelketten der Ostlettischen Hochebene zur Daugava hin abfallen. Krāslava erstreckt sich hauptsächlich am rechten Ufer der Mündung des Krāslava-Flusses in die Daugava. Der kleinere Stadtteil am linken Flußufer heißt Priedaine. Krāslava ist für Touristen wegen einer Reihe von beeindruckenden historischen und architektonischen Denkmälern in der Stadt und in ihrer Umgebung anziehend.
         Geschichte.  In schriftlichen Urkunden kommt ihr Name seit dem 14. Jh. vor. Die Burgberge der Lettgallen aus der näheren Umgebung (Šokolāde-, Krāslava-Berg und andere), Siedlungen und Grabstätten zeugen davon, daß diese Ortschaft am Daugava-Handelsweg schon mehrere Jahrhunderte zuvor bewohnt war. Eine Legende berichtet, Ende des 10. Jh. hätte hier die Tochter des Polocker Fürsten Rogneda gelebt, die später den Kiewer Fürsten, Wladimir den Heiligen, geheiratet habe.
          Im 14. Jh. wurde
in Krāslava ein befestigtes Vorratslager des Livländischen Ordens errichtet, das 1558 zum Lehnsgut des Ordens wurde. Im 16. und 17. Jh. wechselten die Besitzer von Krāslava oft einander ab, doch ab 1729, als das Gut Jan Plater erwarb, blieb es im Besitz seiner Familie bis zum Ersten Weltkrieg. Die Familie von Plater war bestrebt, Krāslava als administratives, geistiges und wirtschaftliches Zentrum von Latgale zu gestalten.
          1737 wurde Krāslava vom Starosten Graf Konstantin Ludwig Plater (1719-1778), geerbt. Während seiner Regierungszeit wurden auf dem Marktplatz ein Rathaus aus Stein mit Turm und die Marktbuden errichtet. Aus Warschau und verschiedenen deutschen Städten lud die Familie von Plater Handwerker nach Krāslava ein, die die Stadt durch ihre Gold- und Silberarbeiten, Teppiche, Stoffen aus Samt und Wolle, Waffen usw. berühmt machten. Im Jahr 1808, als in Daugavpils die Bauarbeiten der Festung aufgenommen wurden, verlegte man - wenn auch nur bis 1822 - die Verwaltungsbehörden von Latgale nach Krāslava. Doch seinen früheren Ruhm erreichte Krāslava nicht mehr, besonders nach dem Brand im Jahre 1826. Die Stadt belebte sich erneut ab 1865, nachdem in ihrer Nähe die Eisenbahnstation Daugavpils-Witebsk eröffnet worden war. Doch 1893 erlitt das Städtchen nochmals starke Brandschäden.
          
Vor dem Ersten Weltkrieg war Krāslava mit seinen 10 500 Einwohnern die zweitgrößte Kleinstadt in Lettland. Das Stadtrecht erhielt sie 1923.
         Sehenswürdigkeiten.  Am steilen Ufer des Daugava-Urstromtals erhebt sich auf künstlich angelegten Terrassen das Krāslava-Schloß. Die Bauarbeiten begann Graf Konstantin Ludwig Plater, beendet -wurden sie von seinem Sohn August Hyazinth Plater. Dieses zweistöckige Steingebäude mit Mansardenboden und eigenwilligen diademartigen Frontonen über den Risaliten ist unter dem Einfluß des sächsischen Barocks entstanden, der Latgale vermutlich über Polen erreicht hatte. Die Innenausstattung ist bis heute nur fragmentarisch erhalten. Doch die vor kurzem freigelegte Wandmalerei (figurale Kompositionen sowie ein Panneau mit Landschaften von Rom) zeugen von dem hohen beruflichen Können der Erbauer.
          Der von allen Seiten abgegrenzte Parade-Innenhof schafft eine räumliche Abgeschlossenheit, auf der anderen Seite des Gebäudes dagegen eröffnet sich über den terrassenartig
en Park eine weite Sicht auf das Tal mit den blauen Gewässern, uralten Burgbergen und die am Uferhang gelegene Stadt. Östlich von diesem »neuen Schloß« befindet sich am Ufer des Krāslava-Flusses das alte Schloß, das auch das Bibliotheksge-baudegenannt wird. Diesen mittelgroßen, anmutigen zweistök-kigen Bau ließ Graf Konstantin Ludwig Plater für seinen Sohn Theophil, dem Ritter des Malteser-Ordens, errichten. Die Bauarbeiten wurden 1758 zu Ende geführt. Später richteten die Grafen im Schloß ihre Bibliothek ein, die sich dort bis zum Ersten Weltkrieg befand. Das Äußere des Schlosses hat viel Ähnlichkeit mit der Rokoko-Architektur der kleinen Schlösser und Hotels, die in Mitteleuropa Mitte des 18. Jh. verbreitet waren. Ein barocker Lindenpark in der Umgebung des Schlosses hinterläßt bis heute seine Spuren.
          Jenseits des
Krāslava-Flusses bilden auf dem zweiten höheren Hügel die sakralen Bauten der Stadt ein Ensemble. Unter ihnen hebt sich besonders der monumentale Bau der katholischen St. Ludwigskirchehervor. Der Bau war ursprünglich als Kathedrale des Bistums von Inflanty geplant. Daran erinnert in der Kirche das geräumige, für die Gottesdienste des Bischofs vorgesehene Presbyterium sowie das Kanonikergestühl an dessen Wänden. Doch im Jahr 1774 wurde sie als Gemeindekirche eingeweiht. Der Entwurf stammte von dem Architekten AntonioParocco aus Genua. Im Laufe der Bauarbeiten aber wurde sein Vorhaben nicht vollständig verwirklicht, denn an den Fassadenseiten wurden zwei Türme nicht gebaut. Deswegen nannte man die Kirche eine dreischiffige turmlose Basilika, die mit der bekannten Ilgesü-Kirche in Rom vergleichbar ist.
           Zu Beginn des 19. Jh. wurde an der Südseite des Baus aus den Mitteln der Gräfin Auguste Plater (1727-1791) eine Gruft angebaut, in der die Asche des heiligen Märtyrers Donatus und andere Reliquien untergebracht wurden.
          Beim Eintritt in die Kirche fällt der von mächtigen Kolonnen umgebene Altar auf, dessen zentraler Teil aus dem grandiosen Gemälde »Der heilige Ludwig zieht in den Kreuzzug« besteht. Dieses Meisterwerk malte 1884 T. Lisjewitsch nach der Skizze des berühmten polnischen Künstlers Jan Matejko (1838-1892). Die Kirche kann noch auf zwei besonders wertvolle Gemälde stolz sein: auf die Porträts ihrer Stifter, des Grafen Konstantin Ludwig Plater und der Gräfin Auguste Plater (18. Jh.). Diese Gemälde sind unter dem Einfluß der französischen Malerei jener Zeit geschaffen worden.
          Neben der Kirche erhebt sich das Mitte des 18. Jh. erbaute Gebäude des Priesterseminars. Dieser zweistöckige Steinbau war ursprünglich auch als Bischofsresidenz geplant. 1759 ließen
sich hier die Mönche des Lazarus-Ordens nieder, unter deren Leitung Priester für Latgale und Belorußland ausgebildet wurden. 1843 wurde dieses Seminar aus Krāslava nach Mogilew und später nach St. Petersburg verlegt.

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