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18.11.2018
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Ludza (Ludsen)

           Ludza ist eine typische Kleinstadt im Osten von Latgale, 248 km von Riga entfernt. Sie befindet sich in einer malerischen hügeligen Landschaft, umgeben von fünf Seen. Sie bewahrt Erinnerungen an uralte, ruhmreiche Zeiten, als dort bedeutende Siedlungen der Lettgallen bestanden und über die Hochebene Latgales eine rege Handelsstraße führte.
          Geschichte. Nach archäologischen Zeugnissen soll die Umgebung von Ludza schon in der Eisenzeit bewohnt gewesen sein. Auf dem Berg, auf dem einst eine befestigte Burg der Lettgallen gestanden haben soll, erbauten die Ordensbrüder ihre Steinburg im 14. Jh. Um die Burg soll sich eine Siedlung gebildet haben, die zusammen mit den Ordensbrüdern im 15-18. Jh. russischen als auch schwedischen Heeren trotzen konnten. Urkunden aus dem Jahr 1765 aber besagen, daß die Burg damals bereits ruiniert war.
           Nach dem Livländischen Krieg (1558-1583) wurde Ludza der »Provincia Livoniae trans Dunensis« eingegliedert, nach dem Polnisch-Schwedischen Krieg (1600-1629) fiel es an Polen. Bis zur Teilung Polens im Jahr 1772 war Ludza das administrative und geistige Zentrum einer Starostei. Die Hauptbeschäftigung der Einwohner war der Kleinhandel und das Handwerk. Bald nach dem Anschluß Latgales an Rußland erhielt Ludza \ 777 den Status einer Kreisstadt. Ein Jahr später bestätigte die Kaiserin Jekaterina II. den Stadtbauplan. Im 18. Jh. erstreckte sich die Stadt entlang des südwestlichen Ufers des Lielais-Ludzas-Sees und des südlichen Ufers des Mazais-Sees. Nordwestlich vom Fluß, der beide Seen verbindet, befanden sich nur einige Häuser. Obwohl der Ausbau der Eisenbahnlinie Moskau - Ventspils (1900) das Wachstum der Stadt günstig beeinflußte, überschritt Ludza auch später die Stadtgrenzen vom Ende des 18. Jh. nicht. Schicksalhaft für die Stadt war das Feuer im Jahr 1938, als etwa 370 Gebäude niederbrannten, darunter auch die eindrucksvolle katholische Gemeindekirche (eingeweiht 1742).
          Sehenswürdigkeiten. Die Aufmerksamkeit der Touristen fesseln in Ludza am meisten die Ruinen der Ordensburg. Der Burgberg liegt auf dem Kap zwischen beiden Seen, so daß natürliche Hindernisse (Gewässer und steile Hänge) den Burgberg von drei Seiten umfassen. Im Südosten dagegen grenzen die innere und äußere Vorburg an künstliche Gräben. Die Burg, die eine Quadratform hatte und einen nach dem Nordosten vorrückenden Anbau besaß, befand sich in der nordwestlichen Ecke des inneren Vorburghofes. Die Burg war ein zweistöckiger Bau mit einer Waffengalerie im Obergeschoß. Als Baumaterialien dienten sowohl Feldsteine als auch Ziegel. An der nordöstlichen Außenwand sind noch heute Spitzbögen der Arkaden und dekorative Muster aus Klinker zu sehen, was in der frühen Architektur der Livländischen Ordensburg relativ selten anzutreffen ist. Die zerbröckelte Ringmauer der Vorburg deutet auf den ursprünglichen Schalenmauertyp hin.
           Die auf dem Gelände der äußeren Vorburg im 18. Jh. errichtete katholische St. Marienkirche brannte 1938 vollständig nieder. Heute ist nur noch ihr Glockenturm erhalten. Die Basis des Turmes wurde aus »holländischen Ziegeln« gemauert. Dieses Baumaterial war im dritten Viertel des 18. Jh. in den Küstengebieten verbreitet; in Latgale dagegen war es recht selten anzutreffen.
          Neben dem Glockenturm erhebt sich auf einem kleinen Hügel die Kapelle der Familie Karnicki (18. Jh.). Dieser nach dem zentrischen Prinzip gebildete Bau hat die Form eines regelmäßigen Achtecks. Eine solche Struktur ist für Latgale eine seltene Erscheinung, und bei den großen Sakralbauten ist sie überhaupt nicht vorhanden.
          Im historischen Zentruni Ludza bestimmt die orthodoxe Uspenski-Kathedrale (1843) das architektonische Antlitz der Stadt. Im Unterschied zu anderen Sakralbauten ist sie ein typisierter Bau, bei dem die Struktur des Kreuzgewölbes durch eine Säulenhalle und einen Turm über die Vorhalle ergänzt wurde.

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