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30.06.2022
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Rēzekne (Rositten)

         Geschichte. Die Stadt Rēzekne befindet sich im Zentrum Latgales, 225 km östlich von Riga. Sie liegt am Rezekne-Fluss und am Rēzekne-/ Kovšu-See. Auch heute ist Rēzekne ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich mehrere Eisenbahnlinien und Autostraßen. Eine große Rolle spielt die Stadt für das kulturelle Leben der Region.
         Die archäologischen Ausgrabungen der 80er Jahre bezeugen, dass auf dem heutigen Gebiet der Stadt eine der ältesten befestigten Siedlungen der Lettgallen stand, die schon ab der mittleren Eis
enzeit an bewohnt war. In historischen Quellen kommt der Name Rēzekne erstmals 1285 vor, als sie schon zur Zeit des Livländischen Ordens die Residenzstadt des Vogts von Rēzekne war. Zwischen 1264 und 1324, als der Orden seine Position in den östlichen Ländern der Lettgallen befestigte, baute er auf dem Burgberg der Letten seine Ordensburg. Im 15. Jh. und in der ersten Hälfte des 16. Jh. war die Burg eine der wichtigsten Festungen des Ordens an der östlichen Grenze Livlands. Der Vogt von Rēzekne bekam den Auftrag, die Entwicklung und Geschehnisse in Russland zu verfolgen und die Ritter auf einen Kampf gegen die Nachbarvölker vorzubereiten. Schon damals soll an der Burg ein Städtchen gestanden haben, dessen Bewohner enge Verbindungen zu Rīga gehabt haben.
          Vor Beginn des Livländischen Krieges, als die Gefahr eines russischen Angriffs drohte, war der Ordensmeister gezwungen, König Sigismund II. August um Hilfe zu bitten und ihm mehrere Burgen, darunter auch Rēzekne zu verpfänden. 1560 besetzte eine polnische Garnison die Burg, 1577 fiel diese in die Hände Iwans des Schrecklichen. Das russische Heer verstärkte das System der Burgbefestigung. Dabei wurde unter dem Vorwand von Schutzmaßnahmen das Städtchen Rēzekne abgetragen. Nach dem Livländischen Krieg verließen die Russen die Stadt. Sie kam nun unter polnische Herrschaft. Doch im 17. Jh. und zu Beginn des 18. Jh., als der Kampf um das Livländische Erbe fortgesetzt wurde, kam die Stadt wegen ihrer strategischen Bedeutsamkeit wiederholt in schwedische, polnische und russische Hände, bis im Jahre 1712 von der Stadt nur noch Ruinen übrigblieben. Auch das wieder aufgebaute Städtchen Rēzekne erreichte zu Beginn des 18. Jh. seine frühere Geltung nicht mehr: Es bestand nur noch aus 23 Gehöften, einem Gasthaus, einigen Kramläden und einer Mühle.
          1773, bald nach dem Anschluss von Latgale an Russland
, wurde Rēzekne doch das Stadtrecht zuerkannt und sogar zur Kreisstadt auserwählt. 1778 bestätigte Kaiserin Jekaterina II. ein Rekonstruktionsprojekt für Rēzekne, das aber lange Zeit nicht verwirklicht wurde. Die Stadt erlebte ihre neue Blüte erst, als hier mehrere wichtige Verkehrsverbindungen vorbeigelegt wurden: die Landstraße (1836) und die Eisenbahnlinie St. Petersburg-Warschau (1861), hinzu kam noch die Eisenbahnlinie Moskau-Ventspils. Rēzekne entwickelte sich zu einem belebten Handelszentrum. Die Stadtbevölkerung kaufte in ganz Lettland landwirtschaftliche Produktionen auf und brachte sie nach St. Petersburg, Riga und Daugavpils. 1914 besaß die Stadt 22 800 Einwohner.
          In den Jahren des Ersten Weltkrieges fanden mehrere Tausend Flüchtlinge aus Kurland in der Stadt Unterkunft, und damals
kam im Ort die Idee auf, die Letten zu vereinigen. Im April 1917 fand in Rēzekne der I. Kongress der Letten in Latgale statt. Auf ihm wurde beschlossen, sich vom Witebsker Gouvernement loszulösen und auf »ewige Zeiten« Latgales Schicksal mit dem der anderen Regionen Lettlands - Kurzeme, Vidzeme und Zemgale - zu verbinden. In der Periode der unabhängigen Lettischen Republik wuchs Rēzekne zu einem bedeutenden Zentrum für die Kultur, Bildung und das gesellschaftliche Leben heran.
         Sehenswürdigkeiten.  Die bemerkenswerteste Sehenswürdigkeit in Rēzekne ist der Burgberg mit den Ruinen aus der livländischen Zeit. Er liegt mitten im Stadtzentrum auf einer künstlichen Insel, die durch das Umgraben der Flussbiegung entstand. Hier befand sich ursprünglich ab dem 9. Jh. eine befestigte Burg und eine Siedlung der Lettgallen, die vermutlich bis zur Mitte des 13. Jh. bestand. Sie wurden später durch eine aus Feldsteinen gebaute Ordensburg mit einer weiten Vorburg ersetzt. Es konnte nicht nach einer regelrechten Planung vorgegangen werden, weil das natürliche Bergrelief in Betracht zu ziehen war. Die Burg wurde vermutlich von einer gebrochenen Mauer umgeben, die am Bergrand verlief. Nach einer Beschreibung, die aus dem Ende des 16. Jh. stammt, standen die Gebäude im Burgterritorium dicht nebeneinander, in der Vorburg dagegen teils verstreut, teils an die Schutzmauer gelehnt.
          Der prägnanteste Sakralbau in Rēzekne ist die katholische Jesu-Herzens-Kirche, die 1883-1900 entstand und 1914 eingeweiht wurde. Dank meisterhafter Anwendung gotischer Formen (durch den roten Backstein verwirklicht) zählt sie zu den schönsten Architekturdenkmälern des Historizismus im Baltikum. Am Interieur macht sich durch seinen hohen künstlerischen Wert der Altar aus der ersten Hälfte des 18. Jh. bemerkbar, der aus einem älteren Sakralbau Rēzeknes stammt.

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