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30.06.2022
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Koknese (Kokenhusen)

          Koknese ist eine seit dem Altertum bewohnte Landschaft, die an der Pērse-Mündung in die Daugava, etwa 100 km nördlich von Rīga liegt. Es gehört heute zum Aizkraukle-Rayon. Die Ruine der Koknese-Burg, ein Symbol der Vergangenheit der Urletten, ist eines der populärsten Touristenziele in Lettland.
          Wie es die archäologischen Funde bezeugen, war Koknese schon im 1. Jt. v. Chr. be
wohnt. Am Anfang des 13. Jh. befand sich im Zentrum des Landes eine Festung zum Schutz des strategisch bedeutenden Daugava-Wasserweges. Die Expansion der Kreuzritter im voraus ahnend, ließ der letzte Herrscher von Koknese, Vesceke, im Jahre 1208 aus freiem Willen die Festung niederbrennen und zog in die Fremde. Schon ein Jahr später begann Bischof Albert an dieser Stelle eine Steinburg zu erbauen. Von 1397-1562 war die Koknese-Burg die Residenz des Rigaer Erzbischofs, in der er sich mit Rauna und Limbaži abwechselnd aufhielt.
           Schon im 13. Jh. bildete sich bei der Burg eine von Schutzmauern umgebene Händler- und Handwerkersiedlung, der vermutlich schon um 1277 das Stadtrecht verliehen wurde. Koknese wurde in den Hansebund aufgenommen, und seine Vertreter nahmen an den Versammlungen der livländischen Städte teil. Leider haben die Auseinandersetzungen zwischen dem Rigaer Erzbistum und dem Livländischen Ordensstaat sowie der spätere Kampf um das Erbe der Konföderation der Burg und der Stadt großen Schaden zugefügt. So wurde 1577 während des Livländischen Krieges auf Befehl Iwan des Schrecklichen die ganze örtliche Garnison vom russischen Heer ermordet. Die Stadt und die Burg wurden ausgeplündert und verwüstet, die Einwohner gefangengenommen.
          Zu Beginn des 17. Jh. fiel Koknese bald den polnischen, bald den schwedischen Eroberern in die Hände. l634 erklärten die Schweden Koknese zu einer Kreisstadt, aber schon 1656 wurde Koknese vom Heer des russischen Zaren Alexei Michailowitsch angegriffen. In einem Brief machte er sich damit wichtig, dass er eine so mächtige Festung, die als »kleiner Bruder« des Moskauer Kremls anzusehen sei, erobert habe. Die Russen hofften, sich in Koknese für lange Zeit festsetzen zu können. So beeilten sie sich, Koknese in Dimitrigrad umzubenennen und planten, hier eine Hauptlagerstätte für russische Exportgüter einzurichten. Doch schon 1661 wurde die Stadt von den Schweden zurückgewinnen. Die in den vielen Kriegen verheerte Stadt lebte nicht mehr auf. Auch die Funktion als Transithandelszentrum übernahm in der Mitte des 17. Jh. die am linken Daugava-Ufer gegründete Stadt Jaunjelgava.
          Ursprünglich lag die Koknese-Burg auf dem Kap zwischen der Pērse und der Daugava. Viele Jahrhunderte lang überragten ihre Mauern, die weite Landschaft beschützend, die Wipfel der umgebenden Bäume. Doch nach der Schaffung des Daugava-Staubeckens und des Wasserkraftwerkes von Pļaviņas gleicht die Koknese-Burg eher einer Wasserburg als einer Bergburg. Obwohl das Baudenkmal im Laufe der letzten Jahrzehnte unaufhaltsam zerfällt, sind ihre Dreiecksstruktur, die Reste der südlichen und nördlichen Bauteile sowie auch das Gelände der Vorburgen und die Schutzgräben noch immer zu erkennen. Der schöne Wasserfall der Pērse und der Weg, der am Daugava-Ufer entlangführte, verschwanden leider in den Gewässern des Wasserkraftwerks.

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