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30.06.2022
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Rauna (Ronmeburg)

          Rauna, einer der malerischsten und an altertümlichen Denkmälern reichsten Orte in der Umgebung von Cēsis, liegt im schönen Rauna-Tal am Fuße der Zentralen Hochebene von Livland, 23 km östlich von Cēsis. Am rechten Rauna-Ufer erhebt sich hoch über der Landschaft der sagen- und legendenumwobene Burgberg Raunas, der Tanisa-Berg. Schon im 1. Jt. v. Chr. wohnten hier die baltischen Finnen, aber um das Jahr 600 kamen in diese Region die Lettgaller. Ein bewegtes Leben herrschte hier besonders im 9.-14. Jh. Der Burgrand war damals durch zwei gleich verlaufende Balkenwände aus Eichenholz befestigt, die in 2 m Entfernung voneinander standen, dazwischen lagen Feldsteine. Auf dem Innengelände der Befestigung gab es mehrere Holzblockbauten.
          Die zweite Sehenswürdigkeit in Rauna ist die Ruine der Burg des Erzbischofs. Der große Bau, der um 1262 zu Lebzeiten des Erzbischofs Albert III. entstanden war, war einst die größte und sicherste Burg im Rigaer Erzbistum. Der Erzbischof hielt sich hier jährlich vom Miķelis-Tag (29. September) bis zum Kerzentag (7. Februar) auf. Während der steten Zusammenstöße zwischen dem Orden und dem Erzbischof wurde die Burg mehrmals zerstört, aber immer wieder hergestellt und erneuert. Große Bauarbeiten wurden während der Regierungszeit von Erzbischof Kasper Linde (1509-1524) unternommen, als der Befestigungswall der Vorburg errichtet, Schutztürme gebaut wie auch die Räume für Repräsentationszwecke verziert wurden. Die Wände des Kapitelsaals schmückte man mit Porträts aller Rigaer Bischöfe und Erzbischöfe. Während des Livländischen Krieges (1558-1583) blieb die Burg fast unversehrt, im Nordischen Krieg (1654-1667) wurde sie jedoch stark zerstört und das Befestigungssystem nachher nicht mehr erneuert. In der zweiten Hälfte des 17. Jh. wohnten dort noch die Nachkommen des schwedischen Staatsrates, Svante Banners. Heute sind nur die Mauerreste geblieben.
          Ein bedeutendes Denkmal der sakralen Architektur ist die Raunas-Kirche (Ende des 13. Jh.). In späteren Jahrhunderten wurde sie mehrmals umgebaut, besonders umfangreich Anfang des 19. Jh. und in den Jahren 1936/1937. Über den südlichen und westlichen Eingangstüren sind zwei gemeißelte wertvolle Reliefs, »Adam und Eva« und »Christus am Kreuz«, zu besichtigen, die im 14. Jh. geschaffen wurden. Die Raunas-Kirche ist auch dadurch berühmt, dass hier in der zweiten Hälfte des 17. Jh. einer der ersten Pastoren lettischer Herkunft, Janis Reiters (um 1632-1695 oder 1697), tätig war.
          Zu den größten Leistungen der lettischen Bildhauerei gehört das Denkmal im Zentrum Raunas: der Kokle-Spieler von Rauna (l993), der den Gefallenen im Ersten Weltkrieg gewidmet ist und von dem bekannten Bildhauer Kārlis Zemdega (1894-1963) stammt.
          Naturfreunde genießen das schöne Urstromtal der Rauna mit ihren steilen malerischen Ufern, besuchen den »weinenden Fels« oder den sogenannten Raunas Staburags; Musikfreunde pflegen dagegen das nahe Cimze-Halbgutzu besuchen, auf dem der Komponist, Folkloresammler und lettische Lehrer Jānis Cimze (1814-1881) geboren wurde.

 

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