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30.06.2022
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Gulbene (Schwanenburg)

           Die Stadt Gulbene liegt im Osten von Livland auf dem hügeligen Gulbene-Wall, etwa 180 km von Rīga entfernt. Sie ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Schmalspurbahn Gulbene-Alūksne, die noch heute in Betrieb ist, ist die einzige ihrer Art und von historischem Wert in der Geschichte der Verkehrstechnik in Lettland.
           Geschichte. Im Jahr 1340 hat Erzbischof Friedrich Banner am Kristalīce-Zufluss der Pededze, etwa 2 km vom heutigen Zentrum Gulbenes entfernt, eine Steinburg erbaut. Sie wurde zu einem bedeutenden strategischen Stützpunkt im Kampf des Rigaer Erzbistums gegen die Moskowiter. Leider schützte die 3 m dicke Mauer des Burgturms sie nicht vor den Angriffen des russischen Heeres im Jahr 1577. Die während des Livländischen Krieges zerstörte Burg wurde nicht wieder aufgebaut.
           Um 1625, während der schwedischen Herrschaft übergab König Gustav II. Adolf die Ortschaft Gulbene dem Generaloberst Gustav von Hörn. In Gulbene und Umgebung entstand wieder neues Treiben, es wurde auch eine lutherische Gemeindekirche erbaut. Einen wahrhaften Aufschwung aber erlebte Gulbene erst nach 1802, als das Vecgulbene-Gut in Besitz des Barons Johann Gottlieb von Wolff übergegangen war.
          Die heutige Stadt, das neue Gulbene, bildete sich nicht in der Umgebung des Vecgulbene-Guts, sondern an der hiesigen Station der Schmalspurbahn Pļaviņas-Valka, die 1903 errichtet wurde. 1916 eröffnete man die Eisenbahnlinie Ieriķi-Abrene, und Gulbene entwickelte sich zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt der Region. 1928 erhielt Gulbene das Stadtrecht.
          Sehenswürdigkeiten. Die meisten Architekturdenkmäler befinden sich im Süd teil der Stadt, an den Ufern des Kristalīce-Flusses. Die Erzbischofsburg ist leider nicht mehr erhalten; denn die Burgruine wurde 1837 weggeräumt, als man den Bauplatz für die neue lutherische Kirche brauchte.
          Die Kirche von Gulbene (Mitte des 19. Jh.), ein monumentaler Empirebau, wurde während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt. Der Wiederaufbau ist bis heute noch nicht abgeschlossen.
          Auch der Vecgulbene-Gutskomplex mit dem romantischen Landschaftspark wartet noch auf seine vollständige Restauration. Das auch durch den Krieg stark beschädigte »Weiße Schloss«, das in den 40er Jahren des 19. Jh. gebaut und um 1880 erweitert wurde, war einst eines der vornehmsten »Herrenhäuser« von Livland. Es bestand aus drei Baukörpern, von denen der mittlere der älteste war. Zwei von ihnen sind noch erhalten. Der Haupteingang, mit dem Portal einer Paradetür und einer massigen Freitreppe, der von dem Wappen der Familie von Wolff und anderen dekorativen Skulpturen geschmückt wird, befindet sich am Südteil des Schlosses. Der im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörte Nordteil schloss mit einem 30 m hohen fünfstökkigen Turm ab. Östlich des Weißen Schlosses liegt das »Rote Schloss« (um 1870 erbaut), in dem einst die Baronesse von Wolff wohnte. Der schöne Gutspark mit künstlichen Teichen, Seen, Grotten, Pavillons, Brücken usw. wird seine frühere Gestalt erst nach der vollständigen Renovierung erhalten.

 

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