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30.06.2022
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Sigulda (Segewold)

           Sigulda befindet sich in der »Livlandischen Schweiz«, an den malerischen Ufern des Gauja-Urstromtals, etwa 55 km von Riga. Es ist einer der schönsten und beliebtesten Orte im Baltikum, den viele Touristen aus dem In- und Ausland, meist im Frühling, wenn die Faulbäume blühen, und im Herbst beim Laubfall, besuchen.
          Die heutige Stadt Sigulda begann sich erst nach 1889 zu entwikkeln, als die Eisenbahnlinie Rīga-Valmiers vollendet worden war. Die schöne Umgebung an der Bahnstation wurde zu einem beliebten Erholungsort, wo in kurzer Zeit ein ganzer Bezirk von Sommerhäusern, Gasthäusern und Pensionen entstand. 1928 wurde Sigulda das Stadtrecht zugesprochen. 1953 wurde die Stadt durch den Anschluss von Krimulda und Turaida erweitert. Jeder von diesen Stadtbezirken hat seine alte, von Legenden umwobene Vergangenheit, die in eindrücklichen historischen Denkmälern verewigt wurde. Am linken Gauja-Ufer, auf dem Līvu-Berg, etwa 2 km nordwestlich von der Bahnstation Sigulda, stand bis zum Anfang des 13. Jh. die livische Satezele-Burg. 1212 ereignete sich hier die entscheidende Schlacht zwischen den Verteidigern von Autīne und den Kreuzrittern. Mit der Niederlage der Liven und der Eroberung von Satezele endeten ihre Befreiungskämpfe.
         
Um die erwähnte Zeit baute der Schwertbrüderorden seine Sigulda-Burg am linken Gauja-Ufer, etwa l km südlich von Satezele. Die Ordensbrüder bauten vermutlich im 14. Jh. diese Burg, einen kastellartigen Bau, zu einem Konventbau um. Heute ist ihr südwestlicher Flügel am besten erhalten; dort befanden sich der Konventsaal und die Burgkapelle. Nordwestlich des Konventbaus sind noch die Mauer, die die innere Vorburg umgab, sowie auch der Torturm und zwei viereckige Wachtürme zu sehen. Auf dem Gelände der äußeren Vorburg baute man 1878-1888 das Neue Schloss Siguldas, das in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts umgebaut wurde. Das Interieur gestaltete der lettische Künstler Niklāvs Strunke(1894-l966). Während des unabhängigen Lettlands war im Schloss das Erholungsheim für Schriftsteller und Journalisten untergebracht.
          Jenseits der Gauja erhebt sich an ihrem hohen Ufer der berühmte Burgberg von Turaida. Der Ortsname »Turaida« stammt vom livischen »Toro« (Gott) und »aida« (Garten). Vor dem Eindringen der Kreuzritter befand sich hier die große Burg des in der Chronik von Henricus de Lettis erwähnten livischen Herrschers Kaupo, der sich als erster Live christianisieren ließ und den Papst in Rom besuchte. Seine Burg wurde während des Autīne-Aufstandes 1212 zerstört. Zwei Jahre später ließ Bischof Albert an ihrer Stelle eine Steinburg errichten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Burgkomplex mehrmals zerstört, wiederhergestellt und verändert. Schon seit 1953 finden Restaurationsarbeiten statt. Bis jetzt sind der 26 m hohe Wartturm, der turmartige südliche Baukörper, das Wirtschaftsgebäude, ein Teil der Schutzmauer, der Nordturm wie auch der halbrunde Westturm erneuert. Die günstige unreguläre und sich dem Relief des Gauja-Steilufers anpassende Struktur der Burg und der mächtige, stark befestigte Turm mit 3 m dicken Mauern ermöglichten, dass eine zahlenmäßig kleine Garnison die Burg beschützen konnte.
          Die nahe Turaidas-Kirche (1750), ein einschiffiger Längsbau mit dem typischen Dachreiter, ist die älteste Holzkirche Livlands, die bis heute erhalten ist. Daneben befindet sich das Grab der Maija, der Jungfrau aus Turaida. Das Grab wird auch »Turaidas Rose« (Beginn des 17. Jh.) genannt und besonders gern von Jugendlichen besucht.
          Die in der Legende erwähnte Gūtmaņa-Höhle, eine 10 m hohe, 10 m breite und im unteren Teil 12-14 m tiefe Höhle im roten Devonsandsteinfels am rechten Gauja-Ufer zwischen Krimulda und Turaida, ist eine der schönsten Höhlen Lettlands. In der Höhle entspringt ein Bach, der sich durch die alte Flussversandung vor der Höhle zur Gauja schlängelt. Die Höhlenwände enthalten unzählige Aufschriften, die älteren stammen aus dem 16. und 17. Jh.
          1985, als der 150. Geburtstag des lettischen Folkloristen, des »Dainas-Vaters« Krišjānis Barons, gefeiert wurde, eröffnete man in Turaida den Dainas-Garten mit Skulpturen des Bildhauers Indulis Ranka.

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