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12.08.2022
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Valmiera (Wolmar)

           Die alte »Hauptstadt der Livländischen Konföderation Valmiera« erstreckt sich an den hohen Ufern der Gauja, 123 km nordöstlich von Riga. Die vielen Gärten, Parks und Grünanlagen machten sie zu einer der schönsten Städte Lettlands.
          Bei der Entstehungsgeschichte Valmieras teilen sich die Meinungen der Historiker. Einige meinen, dass dieses Städtchen in der Nähe der Handelswege (Rīga-Tartu, Rīga-Pskow, Rīga-Nowgorod) und des Gauja-Wasserweges schon im 11. Jh. bestanden habe; andere dagegen behaupten, dass der Gründer der Stadt ein Verwandter des Bischofs Albert sei, der aus Pskow vertriebene Fürst Wladimir (Waldemar).
          Die Vertreter der zweiten Version leiten den Stadtnamen von Waldemars Namen ab. In den 80er Jahren des 13. Jh. wurden hier eine Steinburg und eine Kirche errichtet. In den weiteren Jahrzehnten entwickelte sich Valmiera zu einer von Wällen, Gräbern und Mauern geschützten Festung. Nach Urkunden aus dem Jahr 1323 muss Valmiera schon damals eine Stadt mit einem Magistrat gewesen sein. Das erwähnte Jahr wird als Jahr der Verleihung des Stadtrechts angesehen. Im 14. Jh. wurde die Stadt Mitglied der Hanse.
           Da sich Valmiera im Zentrum der Livländischen Konföderation befand, war sie ein günstiger Ort für die Landtagsversammlungen. Ende des 15. Jh. und Anfang des 16. Jh. wurden am Ort viele Beschlüsse von weitreichender Bedeutung für das Schicksal Livlands gefasst, zum Beispiel zur Sicherung des Friedens mit Russland.
          Das Wohl der Stadt litt stark unter dem Livländischen Krieg, den nachfolgenden Auseinandersetzungen zwischen Russen, Polen und Schweden sowie der Pestepidemie in den Jahren 1623-1625. Nur wenig erholte sich die Stadt wieder während der Schwedenzeit (1629-1721), als sie im Besitz der Grafen von Oxenstierna war. Neues Elend brachte der Angriff der Russen im Jahre 1702. Die Burg wurde zerstört, die Stadt in Asche gelegt und der größte Teil der Einwohner in die Gefangenschaft nach Russland vertrieben.
           Die 1729 nach Valmiera herbeigerufenen »Herrnhuter Brüder« halfen den Einwohnern, die schweren Zeiten zu überwinden. Mit Unterstützung der Gutsbesitzerin, der Generalin Magdalēna Elisabeth Baronin Hallert (geb. von Bülow) wurde die erste Gemeinde der »Herrnhuter« gegründet, sowie das Gebetshaus und das lettische Lehrseminar eröffnet. 1783 erhielt Valmiera den Status einer Kreisstadt. Der wirtschaftliche Aufschwung erfolgte aber erst nach der Errichtung der Eisenbahnlinie Rīga-Pskow (1889), die durch Valmiera ging - und dann auch durch die Schmalspurbahn Smiltene-Valmiera-Ainaži (1912). In Pārgauja, auf dem Gelände des Kauguru-Guts, wuchs ein neues Stadtviertel. Das kulturelle Leben lebte auf, als hier das Lehrseminar seine Tätigkeit aufnahm (1839-1849).
          Katastrophale Folgen brachte für Valmiera der Zweite Weltkrieg: Die Stadt wurde zu 80 % zerstört.
          Am rechten Gauja-Ufer, unweit vom zentralen Platz der Stadt, erhebt sich die Ruine der einst so mächtigen Burg von Valmiera (13. Jh.). Eine alte Chronik berichtet, dass der Ordensmeister Wilhelm de Schauerburg (er bekleidete das Amt 1281-1286) sowohl den Grundstein geweiht als auch die Stellen der Mauern und Türme sowie auch die Grenzen der künftigen Stadt selbst markiert habe. Von drei Seiten erhielt die Burg natürlichen Schutz: durch die schnelle Strömung Gauja und des Räte-Flusses, außerdem an der westlichen Seite durch die Schutzwälle. Diese Wälle standen mit der Mauer der Vorburg in Verbindung. Bis heute ist die äußere Wand des Südbaus, die aus Feldstein gemauert wurde, am besten erhalten.
          Neben der Burgruine erhebt sich die 1283 gebaute St. Simonskirche. Der eindrucksvolle Bau besteht aus einem dreischiffigen Gemeinderaum, dem Altarraum mit polygonaler Apsis und dem Turm, der Ende des 14. Jh. dazugebaut wurde. Der geräumige Altarraum lässt erkennen, dass die Kirche absichtlich auf diese Art errichtet wurde, damit darin der Bischof den Gottesdienst abhalten konnte. Die massigen Wände und die untersetzten Pfeiler (niedrige achteckige Pilaster) unterstreichen die Zugehörigkeit der Kirche zum Stil der Romanik. Das Interieur schmücken wertvolle barocke Verzierungen der Kanzel und der Orgel (um 1730) sowie der von Heinrich Andreas Koncius und Johann Andreas Stein (1752-1821) angefertigte Rokoko-Orgelprospekt (1780-1783). Bemerkenswert ist auch das Altarbild von K. Vogel-Vogelstein »Versuchung Christi« (1842). Die vier prächtigen Fenstervitragen wurden Ende des 19. Jh. in der Werkstatt von Ernst Tode (1859-1932) angefertigt.

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