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02.07.2022
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Dobele (Doblen)

          Die Stadt Dobele liegt am westlichen Rand des Flachlandes von Zemgale an den Ufern der Bērze, 72 km südlich von Rīga. Dobele ist einer der ältesten Orte in Lettland, dessen Vergangenheit von der Liebe der Semgaller zum Vaterland und zur Freiheit zeugt. In Urkunden erscheint der Name Dobeles erstmals 1254 in Dokumenten über die Teilung Zemgales. Damals wurden das Dobele-Schloss und dessen Umland dem Orden verliehen. Schon lange vor dem Eindringen der Deutschen hatte hier eine mächtige und berühmte semgallische Burg gestanden. Im 13. Jh. fanden in der Umgebung um Dobele harte Kämpfe gegen die Kreuzfahrer statt, die diese Burg nahezu 100 Jahre nicht erobern konnten. Allein 1279-1289 hielt die Burg sechs Belagerungsversuche des Ordensheeres durch. 1289, nachdem die Kreuzfahrer die ganze Gegend verwüstet hatten und ein weiterer Widerstand der militärischen Übermacht sinnlos wurde, steckten die Semgaller ihre Burg in Brand und zogen nach Litauen. In der ersten Hälfte des 14. Jh. erbaute der Orden an dieser Stelle eine Steinburg, in der sich von 1376-1562 die Komture aufhielten. In der Nähe der Burg ließen sich Handwerker und Kaufleute nieder.
          Nach dem Zerfall des Livländischen Ordensstaates geriet der letzte Komtur, Matthias von der Recke, mit dem kurländischen Herzog Gotthard Kettler in Konflikt. Erst nach mehreren Jahren bewaffneten Kampfes bekam er Dobele in seinen Besitz.
          Schwere Verluste erlitt Dobele sowohl während des Schwedisch-Polnischen als auch während des Nordischen Krieges. Die Not wurde noch größer, als bei der Pestepidemie der Jahre 1710-1713 fast alle Einwohner ums Leben kamen. Die Stadt erlebte erst im 19. Jh. einen Aufschwung, als sie allmählich zum wirtschaftlichen und geistigen Zentrum Zemgales wurde. 1870 fand hier das erste Liederfest der Region statt. Im Jahre 1917 wurde Dobele das Stadtrecht verliehen. Zu einer raschen Stadtentwicklung trug auch die Errichtung der Eisenbahnlinie Glūda-Liepāja im Jahre 1927 bei.
           Unweit des heutigen Stadtzentrums erhebt sich am rechten
Bērze-Ufer die Ruine der Dobele-Ordensburg. Erbaut wurde die Burg 1335 vom Ordensmeister Eberhard von Mohnheim. Von 1642-1649 wurden auf Betreiben der Witwe des Herzogs Friedrich, Herzogin Magdalena, die Umbauarbeiten der Burg vorgenommen. In dieser Zeit baute man das Palais und in die Schutzmauer ein Tor ein. Vor dem in den Ordenszeiten gebauten Burgteil haben sich bis heute erhalten: Reste der Ringmauer mit unregulärer Konfiguration sowie der Platz des Schutzgrabens und des Konventgebäudes. Im 17. Jh. wurde letzterer Bau wesentlich umgestaltet. Ebenso sind aus der Zeit der Herzogin Magdalena die Palastmauer und ein Fragment des Portals erhalten geblieben.
          Die Dominante des historischen Zentrums von Dobele stellt die lutherische Kirche dar, die vermutlich der Ordensmeister Wolter von Plettenberg 1495 bauen ließ. Der Bau ist in den Jahren 1694,1790,1824 und 1864 umgebaut worden. Die heutige Turmspitze hat die Kirche erst 1907 erhalten. Das wertvollste Kunstwerk der Kirche ist der Grabstein von Anna Dorothea von Tiesenhausen (1648). Das konkave Relief stellt die Verstorbene mit ihrem Sohn und ihrer Tochter dar. Der Stil des Manierismus lässt sich durch reichliche Anwendung des Ohrknorpelornaments vorstellen - ein markantes Beispiel dafür ist das Epitaph für Philipp von Drachenfels, das um 1600 Berend Boddecker geschaffen hat (1618). Es ist reichlich mit Hermen, dem Rollwerk und dekorativen Inschriften geschmückt. Der bunte Gesamteindruck wird noch mehr durch die kontrastvolle Polychromie verstärkt.

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