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30.06.2022
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Jēkabpils (Jakobstadt)

            Die Stadt Jēkabpils, 129 km südlich von Riga, bekam ihre heutigen Grenzen erst 1962, als zwei alte Städte an den Ufern der Daugava -Jēkabpils vom linken Ufer und Krustpils vom rechten Ufer - vereinigt wurden. Den Touristen erwarten in der Stadt Zeugen des Altertums sowie der jüngeren Geschichte: Burgberge, Ruinen der Ordenszeit, Kirchen verschiedener Konfessionen und anderes.
          Schon lange vor dem Eindringen der Deutschen standen in der Gegend von Krustpils am rechten Daugava-Ufer und auf den nahen Flussinseln befestigte Burgen und Siedlungen, die den wichtigen Wasserweg überwachten. Am bedeutendsten war die latgalische Burg Asote. Im Jahre 1237 baute Bischof Nikolai etwa 2 km weiter eine Steinburg, die man die Kreuzburg nannte. Während der Livländischen Konföderation (seit 1297) gab es viele Auseinandersetzungen zwischen dem Ordensmeister und dem Rigaer Erzbischofwegen der strategisch wertvollen Kreuzburg. Nach dem Zerfall der Konföderation fiel Krustpils den Russen, nach dem Friedensvertrag von Oliva den Polen in die Hände. Im Jahre 1585 schenkte der polnische König Stephan Bathory die Burg Nikolaus von Kor ff. Sie blieb in Besitz der Familie von Korff bis 1917. Die Ortschaft entstand schon im 13. Jh. bei der Burg, aber erst 1920 erhielt Krustpils das Stadtrecht.
          Am gegenüberliegenden Flußufer ließen sich in der zweiten Hälfte des 16. Jh. am Salas-Wirtshaus slawische Einwanderer, hauptsächlich Flüchtlinge aus Russland und Polen, nieder. Im Laufe der Zeiten kamen auch viele in Russland verfolgte Altgläubige und Untaten an. Im Jahre 1610 benannte Herzog Jacob diesen Ort Jacobstadt und verlieh ihm das Magdeburger Stadtrecht. Bis zur Mitte des 18. Jh. durften sich hier nur slawische Einwanderer niederlassen; später, besonders nach dem Anschluss Kurlands an Russland, aber auch Handwerker und Handelsleute deutscher und jüdischer Abstammung.
          Einen guten Ruf erlangten in der ganzen Region die Flößer aus Jēkabpils, die ausgezeichnete Meister des Flößens und Treidelns waren, ohne die man die Stromschnellen auf dem Wasserweg zwischen Jēkabpils und Sēlpils kaum passieren konnte. So wurde dieser Ort, der anfänglich nur notgedrungen eine Haltestelle am Daugava-Handelsweg war, zu einem lebhaften Zentrum des Handels und Handwerks. Obwohl Jēkabpils große Verluste während des Napoleonischen Krieges 1812 und während der Choleraepidemien 1831 und 1848 erlitt, wuchs ihre Einwohnerzahl ständig. In den Jahren des Ersten Weltkrieges änderte sich die Lage, als sich die Stadt hinter der Frontlinie befand und ein großer Teil der Einwohner gezwungen war zu fliehen.
          Es empfiehlt sich, den Stadtrundgang mit der Burg von Krustpils am rechten Daugava-Ufer zu beginnen. Der ursprüngliche Bauumfang und die Komposition sind heute nur noch zu vermuten, da die Burg mehrmals umgebaut wurde. Die gründlichste Umgestaltung erlebte sie 1849. Zu dieser Zeit erhielt sie auch die im Historizismus gehaltene Innenausstattung. Die ältesten Bauteile sind der massige Torturm und die Grundmauern. Es sind noch einzelne Bauteile aus der Entstehungszeit der Burg erhalten geblieben wie Schießscharten, Gewölbekonstruktionen und Fensteröffnungen.
          Gegenüber der Burg, auf der anderen Straßenseite, steht die lutherische Kirche von Krustpils. Sie ist 1818-1820 anstelle einer älteren Kirche aus den 80er Jahren des 17. Jh. entstanden. Der alte Turm wurde ins neue Gotteshaus übernommen. Die Kirche ist eines der großartigsten Empiredenkmäler in Lettland. Die Monumentalität des Gemeinde- und Altarraums wird durch den monotonen Rhythmus der breiten Fensteröffnungen und die gewaltige Plastik der dorischen Kolonnen hervorgehoben.
          Der älteste Bau im alten Stadtteil von Jēkabpils am linken Flussufer ist die St. Nikolai- Wundertäter-Kirche die von der orthodoxen Gemeinde der Heiliggeistkirche im Jahre 1774 errichtet wurde. Dieses Gotteshaus ist wegen seiner Miniatur-Ausmaße (17 x 19,5 m) einmalig.
          Daneben steht die um ein Jahrhundert jüngere und bedeutend größere St. Heiliggeistkirche (1885-1888), die im Unterschied zur ersten nach klassischen Vorbildern der fünfkuppeligen orthodoxen Kirchen gebaut wurde.
          Im 18. Jh. baute der Basilianerorden ein Kloster, dessen Grundstück ihm der Starost von Ludza, Jan Dominik von Borch, im Jahre 1715 geschenkt hatte. Leider hat sich vom Gebäudekomplex des Klosters nur die Unionskirche (erbaut 1783) in der Brīvības iela 167 erhalten.
         
Im historischen Zentrum von Jēkabpils haben die öffentlichen Gebäude und Wohnhäuser des 19. und 20. Jh. die ältere Bebauung beinahe vollständig abgelöst. Die ästhetisch anmutigsten sind darunter sind die lutherische Kirche Jēkabpils (1807 eingeweiht) sowie die ehemalige Kreisschule (1820), die im Stil des palladianischen Klassizismus gestaltet ist.

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