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18.12.2018
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Tukums (Tuckum)

          Eine der ältesten Städte von Zemgale, Tukums, hat auf mehreren malerischen Hügeln an den Ufern der Slocene, 65 km westlich von Riga, Platz gefunden. In Lettland ist sie heute als eine Kunst-, Handwerks- und Gartenstadt bekannt.
           Im 10.-12. Jh. stand auf dem heutigen Stadtgelände an der Zvirgzdupīte hinter dem Karātavu-Berg oder Kapu-Berg eine befestigte Burg. 1253 gewann der Livländische Orden Tukums hinzu und baute hier 1300 eine Steinburg, in deren Umgebung bald eine Handwerker- und Händlersiedlung entstand. Tukums befand sich an einer strategisch wichtigen Heerstraße, die nach Preußen führte und deshalb stets von Angriffen durch die Nachbarländer bedroht wurde. Das Heer der Rigaer Landsknechte zerstörte während des Krieges zwischen dem Orden und der Stadt Riga (im letzten Viertel des 15. Jh.) die Tukums-Burg und die Altstadt. Nach dem Zerfall des Livländischen Ordens wurde Tukums in das Kurländische Herzogtum eingegliedert. Die für diese Zeit charakteristische Betriebsamkeit, insbesondere die Errichtung einer Kupferschmelze, trug zur Erhöhung der Einwohnerzahl bei, 1658 betrug sie schon l 000. Es gelang Tukums damals leider nicht, einen dauerhaften Aufschwung zu erreichen, schwere Rückschläge ergaben sich aus den Auseinandersetzungen der Polen und Schweden in den Kämpfen der Jahre 1605, 1625,1658 und 1700. Die Stadtentwicklung wurde auch dadurch gehemmt, dass die Verbindung zu Westeuropa, die bisher durch Tukums führte, jetzt einen kürzeren Weg über Skrunda, Dobele und Jelgava fand. Im Jahre 1798, kurz nach dem Anschluss Zemgales an Russland, wurde Tukums das Stadtrecht verliehen, doch für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt fehlte es noch immer an entscheidenden Impulsen, diese kamen erst mit der Eröffnung der Eisenbahnlinien Rīga-Tukums (1877) und Jelgava-Tukums (1904). Zu Beginn des 20. Jh. gab es in Tukums schon etwa 8 000 Einwohner. Sie beschäftigten sich sowohl mit dem Handel als auch mit dem Handwerk, hauptsächlich aber mit dem Gartenbau. Noch heute versorgen die Gärtnereien der Stadt nicht nur Riga und Jūrmala mit ihren Erzeugnissen, sie haben auch einen guten Ruf und Absatzmarkt im Ausland.
          Das älteste Architekturdenkmal in Tukums, genauer gesagt Reste dieses Denkmals, sind der Turm der Ordensburg mit dem Fragment der Ringmauer. Das ist alles, was von der einer Kapelle ähnelnden Burg übriggeblieben ist. Der Bau erfüllte die Funktionen eines Kastells und gleichzeitig eines wirtschaftlichen Zentrums. Deshalb befand sich die Burg in Verwaltung eines Kastellans und nicht in der eines Komturs oder Vogts. Der Sitz des Kastellans war in Riga, die Burg verwalteten praktisch die Landsknechte. Während des Krieges zwischen dem Orden und der Rigaer Stadt hat das Rigaer Heer im 15. und 16. Jh. die Burg vernichtet. So wurde sie schon im Jahre 1564 als eine abzutragende Festung angesehen.
          Im Stadtzentrum, unweit der Burg, befindet sich die lutherische KircheTukums (um 1687 erbaut). In den folgenden Jahrhunderten wurde sie mehrmals umgebaut (1788-1789,1856-1858 und nach dem Ersten Weltkrieg 1922-1923). Sie hat jedoch noch immer ihre ursprüngliche Komposition bewahrt, das heißt einen vereinigten Gemeinde- und Chorraum (er endet mit einer polygonalen Apsis), an den am westlichen Ende ein Turm angeschlossen ist.)
          Etwa 2 km östlich des Stadtzentrums befindet sich in der Park iela 7 das Durbe-Schloss mit einem schönen 30 ha großen Landschaftspark. Das Schloss wurde 1820-1821 nach dem Entwurf des Architekten Johann Georg Berlitz errichtet. Der damalige Besitzer war Graf Christoph Johann von Medem. Es gleicht den Schlössern in Elena, Mežotne, Kazdanga und anderen Schlössern von Zemgale und Kurland, die nach Vorbildern des palladianischen Klassizismus gestaltet sind. Die Eigenart dieses Stils zeigt sich besonders in der Errichtung der Stockwerke, der Gestaltung der Säulenhallen und der senkrechten Gliederung der Fassade. Die Parkarchitektur wird durch einen Pavillon im klassizistischen Stil (erste Hälfte des 19. Jh.) bereichert.

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